Gute Freunde, weiße Beißerchen und Enwicklungshilfe in Kiew Drei Stunden Musical-Marathon mit Welte, Freeman, Weckerlin und Stanke Gut, was Ethan Freeman im weißrussischen Minsk zu suchen hatte oder Sabrina Weckerlin und Patrick Stanke beim "Zähnebleichen" in der Sawgrass Mall in Fort Lauderdale widerfahren ist, sind Fragen, auf deren Beantwortung die Welt nicht wirklich wartet. Aber auf Anne Weltes Couch darf man/frau schon mal etwas aus dem privaten Nähkästchen plaudern. Das Publikum in der Saarbrücker Congresshalle bekam die Auflösung zwischendurch serviert - als informelle Zugabe ![]() Zum Thema: Gute (und populäre) Freunde sind etwas wert. Das weiß "Mrs. Fezziwig" nicht erst seit gestern. Auf dieser Erkenntnis basiert eine der erfolgreichsten und beständigsten von einer Einzelkünstlerin initiierten Musical-Konzertreihen der letzten Jahre: "Anne Welte & Friends". Im Dezember 2009 ging die Gala an der Saar zum siebten Male in Folge über die Bühne, wiederum, siehe oben, mit stimmgewaltiger Unterstützung von Vertretern der ersten Musical-Garnitur. (Im Jahr zuvor hatten Yngve Gasoy-Romdal, Leah Delos Santos und Marc Clear an gleicher Stelle Punkte gesammelt). Mit der brillanten Achim-Schneider-Band im Rücken und einer durchdachten, stimmigen Setlist, die sowohl populäre Stücke, als auch weniger bekannte, aber nicht minder prickelnde Songs beinhaltete, konnte da auch diesmal nichts schief gehen. Tat es auch nicht. Eine "Ikone" auf der Jagd Den Beweis zu führen, warum er längst als "Ikone" nicht nur der deutschsprachigen Musicallandschaft gehandelt wird, gelang Ethan Freeman bei dieser Gelegenheit scheinbar wieder mühelos. Die "Musik der ![]() Zauberhafte Momente Sabrina Weckerlin und Patrick Stanke, seit 2005 auch privat ein Paar, gehören zur jüngeren, aber inzwischen bereits fest etablierten Generation musical-ischer Allrounder. Zwei Künstler, ![]() Der französische Trick "Ich bin Musik" blieb der Tecklenburger Mozart aus Wuppertal seinen Fans im Gegenzug nichts schuldig, um dann mit "Warum kannst Du mich nicht lieben wie ich bin" ein weiteres Mal an seinen großen Vorjahreserfolg im Münsterland anzuknüpfen. Und dann machte der Chemikant i.R. etwas, was zur Spezialität vieler Politiker gehört: Über etwas zu reden, das (oder von dem) er nicht(s) versteht. Man ersetze "reden" durch "singen", dann wird ein Schuh' draus. Stanke als "Man (ganz) in Red" hatte sich das eindringliche "Les temps de cathedrale" aus "Notre Dame de Paris" ausgesucht, dabei aber vor dem Problem gestanden, kein Wort Französisch zu können. Also hatte er sich den Original-Text kurzerhand in Lautschrift eingetrichtert. Gewusst wie! Selbst Frankophile unter den Zuhören fanden an der Artikulation nichts zu beanstanden. Davon einmal ganz abgesehen, der Song gehört ja zu den Perlen der neueren französischen Musicalliteratur. Für das einzige Duett des Abends schlüpften Deutschlands einst jüngste HipHop- und Jazzdance-Lehrerin ![]() Der Nachwuchs - auch wenn er so jung eigentlich nicht mehr war - sollte an diesem Abend ebenfalls seine Chance bekommen. Jens Wagner und Jennifer Kloos, die sich bei einem vorangegangenen "Casting" als Teilnehmer für die Gala-Show hatten qualifizieren können, steuerten mit "Der letzte Tanz" und "Ich gehör' nur mir" zwei ambitionierte und schwierige Stücke aus dem klingenden "Sissi"-Epos bei. "Nicht schlecht, Herr Specht", urteilten im Nachhinein selbst die routinierten Profis. Neuer "Sendeplatz" Ein (langer und) gelungener Abend, der, wie es aussieht, allerdings auch der Letzte in dieser Form gewesen sein soll, zumindest was den Termin anbelangt. Nach dem Motto "gleiche Welle, andere Stelle" ist die Suche nach einem neuen "Sendeplatz" eröffnet. Der Dezember mit seiner inzwischen schon inflationären Angebotsfülle an ähnlich konzipierten Veranstaltungen ist denkbar ungünstig, weil sich die Organisatoren dadurch gegenseitig die Butter vom Brot nehmen und Besucher abspenstig machen. Ein Termin im Frühling, Sommer oder Herbst wäre für die "Friends"- Gala und ihrem exklusiven Anspruch sicherlich passender und dienlicher. © Jürgen Heimann - DaCapo Hochkarätig und doch familiär Veranstalter mit Show zufrieden Trotzdem letzte Anne Welte-Gala in dieser Form Hochkaräter der deutschen Musical-Szene hatte Anne Welte zu ihrer siebten Gala in die Congresshalle nach Saarbrücken eingeladen. Daneben überzeugten auch die Casting-Gewinner Jennifer Kloos und Jens Wagner. ![]() Auf der Bühne ist von der Nervosität nichts zu spüren. Jens Wagner schlüpft mit „Der letzte. Tanz" in die Rolle des Todes, Jennifer Kloos ist mit „Ich gehör nur mir" die Titelheldin aus „Elisabeth". Die „Riesen-Talente", wie sie Welte bezeichnet, können mithalten. Und erheischen viel Lob: ,,Respekt, sie haben ihre Sache sehr gut gemacht", urteilt Stanke, der derzeit in „Buddy" in Essen auf der Bühne steht. ,,Sie sind eher Konkurrenz als Nachwuchs." Freeman: ,,Das sind sehr schwierige Stücke, hinzu kommt die Nervosität - beide haben sehr gut gesungen." Die Saarbrücker selbst sind zufrieden. ,,Es hat viel Spaß gemacht, und ich hab mich auf der Bühne wohl gefüht", sagt Jennifer Kloos. Sie gesteht aber: ,,Ich bin froh, dass ich .ein langes Kleid getragen habe, da hat man das Zittern nicht so gesehen." Auch Jens Wagner war aufgeregt: ,,Es war toll, mit so erstklassigen Leuten auf der Bühne zu stehen." Ihre Klasse zeigen die Stars mit Liedern aus Musical, aber auch aus der Pop- und Jazzmusik. ,,Ich singe lieber Jazz als Musical, da blühe ich auf'', sagt Stanke. Besonders eindrucksvoll: Er singt „Le temps de cathedrale" aus ,,Notre Dame de Paris" in franzöischer Sprache. Und das, obwohl er kein Wort Französisch spreche: ,,Ich habe mir die Wörter in Lautschrift aufgeschrieben." Die Nähe des Saarlandes zu Frankreich habe ihn ermutigt, das Lied zum ersten Mal zu singen. Die Zuschauer belohnen seinen Mut mit langem Beifall. Den bekommt auch seine Lebensgefährtin Sabrina Weckerlin. Vor allem als Elphaba aus „Wicked" ruft sie eine klasse Leistung ab. Aber auch das Duett mit Stanke -,,Alles'' aus „Die drei Musketiere" ist ein Höhepunkt des Abends. Nach der Show ist Welte zufrieden. Die Mischung habe gestimmt: ,,Ich fand es wichtig, auch mal die älteren Musicals wie "Annie get your gun" zu berücksichtigen." Trotzdem werde sich in Zukunft etwas ändern: ,,Die eine Anne-Welte-Gala in dieser Form wird es nicht mehr geben", sagte Welte. Zwar will sie weiterhin Stars ins Saarland bringen. Allerdings an einem anderen Ort und vor allem zu einer anderen Jahreszeit. Anne Welte schwebt ein Termin Ende August vor. Melanie Mai - Saarbrücker Zeitung Es wird kein Abschied für immer Zum siebten Mal hatte am Samstag die Musical-Sängerin Anne Weite zu ihrer Gala in die Saarbrücker Congresshalle geladen. Ihre Kollegen Sabrina Weckerlin, Patrick Stanke und Ethan Freeman kamen auch und begeisterten an der Seite der Gastgeberin mit einem rund dreistündigen Programm. Allein die Zahl der Begeisterten hielt sich in Grenzen - 500 Besucher waren eine unwürdige Kulisse. Die Gala bot wie schon in den vergangenen Jahren eine Abfolge von Musical-Hits, unter anderem aus "Evita", "Elisabeth", dem "Phantom der Oper; und "Jekyll & Hyde" mit zum Teil recht ungewöhnlichen Interpretationen wie Sabrina Weckerlins Version von "Sornewhere Over The Rainbow". Das war Sangeskunst, wie man sie bei den durch die Region tingelnden Musical- Tourneegruppen nur ganz selten erleben kann. ![]() Christian Hanelt, - Die Rheinpfalz |